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Dr. Albrecht Schütte (MdL) zu Gast bei der Hochwarth IT GmbH

24.08.2017

In seiner Funktion als CDU-Landtagsabgeordneter besucht Dr. Albrecht Schütte regelmäßig Startups und mittelständische Unternehmen in seinem Wahlkreis. Am 12. August war er zusammen mit Bürgermeisterin Tanja Grether und Gemeinderat Rüdiger Knapp schließlich auch bei uns zu Gast.

 

Bereits zu Beginn des Gesprächs wurde die Internetanbindung auf dem Land thematisiert, wurden doch erst Anfang August Förderbescheide für den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes im Wahlkreis Sinsheim übergeben. Laut Herrn Dr. Schütte gibt es nach wie vor Gemeinden in der Region mit einer Internetgeschwindigkeit von gerade mal 1 Mbit/s, da könne man sich in Neckarbischofsheim glücklich schätzen. Wir surfen aktuell mit 25 Mbit/s, im Zuge der Glasfaseranbindung soll sich die Geschwindigkeit jedoch deutlich verbessern, so Bürgermeisterin Grether.

 

Allgemein bietet ein Unternehmenssitz auf dem Land für uns so einige Vorzüge, darunter jede Menge Parkplätze, eine günstige Infrastruktur... Ob Autobahn oder Nahverkehr ­– der Kraichgau bietet tolle Anbindungen in sämtliche Richtungen. Und auch wenn wir in der Zwischenzeit aufgrund der Personalsituation eine zweite Filiale in Mannheim eröffnet haben, so soll der Kern der Firma auch in Zukunft ländlich verwurzelt bleiben.

 

Einziges Manko: Der Nachwuchsmangel.

 

Dieser ist im ländlichen Raum – auch in unserer Branche – viel deutlicher zu spüren als in Ballungsräumen, was auch Herr Dr. Schütte bestätigte. Ein Grund hierfür ist seiner Meinung nach die Bindung, die die Absolventen während ihres Studiums zum Studienort aufgebaut haben. Viele würden nach dem Abschluss erst einmal dort versuchen, beruflich Fuß zu fassen, vor allem weil man der landläufigen Meinung nach in der Stadt besser verdient. Dass die Mieten hier jedoch auch um einiges teurer sind, wird dabei jedoch oft vergessen...

 

Allein in diesem Jahr haben wir zehn verschiedene Stellen ausgeschrieben, darunter duale Studienplätze in den Bereichen BWL Dienstleistungsmanagement und Angewandte Informatik sowie klassische Ausbildungsberufe wie IT-Systemkaufmann/-frau. Für ein Unternehmen unserer Größe ist das eine Menge. Das Problem: Heutzutage will jeder BWL studieren, Berufe mit Ingenieurcharakter sind offenbar out. Wir sehen das natürlich nicht so, die Resonanz zu solchen Ausschreibungen ist dennoch erschreckend gering. Auch hier konnte uns Herr Dr. Schütte nur zustimmen. Er ist selbst seit Jahren als Berater in der IT-Branche tätig und hat daher mit denselben Problemen zu kämpfen – interessant, dass es auch großen Unternehmen wie der Allianz so ergeht.

 

Besonders Lehrer und Eltern machen den Schülern immer mehr Druck, die Meinung „Ohne Studium bist du heutzutage nichts.“ ist aus eigener Erfahrung weit verbreitet. Dass BWL allerdings nicht für jeden das richtige und eine Ausbildung manchmal doch besser geeignet ist, dafür fehlt vielen das Verständnis. Gerade in kleinen Unternehmen wie unserem hat man auch als Auszubildender eine Menge Möglichkeiten was die berufliche Weiterentwicklung angeht.

 

Damit die Mentalität für Ingenieurberufe wieder in die Köpfe der Gesellschaft zurückkehrt, sei es besonders wichtig, den Schülern bereits in der Schule die Grundlagen der Informatik zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass Informatiker nicht nur die Nerds sind, die sie aus Serien kennen. Zwar gibt es mit der MINT-Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereits eine Vielzahl an Initiativen und Projekten, allerdings tragen diese bisher nicht die erwünschten Früchte.

 

Was die Frauenquote angeht, waren sich alle einig: Diese sei gerade in der IT-Branche nach wie vor viel zu niedrig. Frau Grether warf hier das Stichwort Girls’Day in die Runde, bei dem Schülerinnen ab der 5. Klasse einen Tag lang in Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik reinschnuppern können. Dieser eine Tag reiche jedoch selten aus, um Mädchen und junge Frauen davon zu überzeugen, später einmal in der IT-Branche zu arbeiten – ein Grund mehr die Informatik fest in den Schulunterricht zu integrieren. Die Kosten hierfür seien tragbar, so Herr Dr. Schütte, das Problem sei eher die Frage, was man dafür aus dem aktuellen Lehrplan streicht.

 

Um dem Nachwuchsmangel in unserer Firma aktiv entgegen zu wirken, wollen wir ab sofort Eigeninitiative ergreifen. Wir sind ein junges Team und bieten mit unseren zwei zentralen Geschäftsbereichen – IT und Webdesign bzw. -entwicklung – die ideale Grundlage für den Einstieg in die Berufswelt. Das möchten wir in Zukunft noch mehr nach außen kommunizieren, weshalb wir unser Unternehmen bereits im kommenden Schuljahr an den Schulen in der Region vorstellen und das Nerd-Image vom Informatiker aus der Welt schaffen wollen. Eine gute Idee, so Herr Dr. Schütte, das Thema „Digitalisierung finden alle cool, die Basics nicht“ und das müsse sich dringend ändern, sonst wird guter IT-Service bald zum Luxusgut.

 

Ob Banken, Handwerksbetriebe oder Online-Händler wie Amazon und dergleichen – Firmen werden immer mehr zu IT-Unternehmen, weshalb es laut Herrn Dr. Schütte unerlässlich sei, das Personal entsprechend auszubilden. Auch kleine Firmen müssen immer mehr investieren, das merken auch wir. Die Anforderungen an uns und unseren Service steigen, die Motivation der Mitarbeiter ist wichtiger denn je. So reicht es in unserer Branche nicht aus, einfach nur das zu machen, was einem aufgetragen wird und nach 8 Stunden seinen Schreibtisch zu verlassen, weil der Feierabend ruft. Wir brauchen Leute, die Interesse an neuen Innovationen zeigen und sich weiterentwickeln wollen, damit wir unser Servicelevel weiterhin so hoch halten können wie im Moment. Nur so können wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten und aktiv zu deren Erfolg beitragen.

 

Wir freuen uns sehr, dass unsere Anliegen von Vertretern der Politik gehört, wahrgenommen und aktiv geteilt werden. Um die Zukunft unseres Landes in die richtige Richtung zu lenken, ist es wichtig, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wir bedanken uns daher recht herzlich bei Herrn Dr. Schütte für den Besuch und das interessante Gespräch.

 

Text: Anna-Lisa Helter / Foto: Manuela Heyd

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